Holmset - Hofles - Vennesund - Tjotta - Nesna - Moskenes - Ramberg - Brustranda - Stokmarknes - Andoy Friluftscenter - Andenes

Oh weia. Ganz schön lang nichts mehr geschrieben. Die Etappe von Holmset nach Hofles war relativ unspektakulär. Viel hoch und runter, viel Regen. In Hofles habe ich mir daher eine Hütte gegönnt, um die Sachen trocknen zu können. Abends war dann schönstes Wetter… Die Campingplatzbetreiber waren super – ein Paar in Rente aus dem Pott, das aus Spaß jedes Jahr einen anderen Campingplatz in Norwegen betreibt. Morgens haben sie mir extra noch einen Kaffee gekocht. 🙂

Von Hofles nach Vennesund war wieder relativ schlechtes Wetter. Im Grunde hat es den ganzen Tag mit Ausnahmen geregnet. Hinter Kolvereit bin ich auf Empfehlung von den Campingplatzbetreibern links abgebogen. Eine grandiose Strecke. Wenig Verkehr, wunderschöne Landschaft, allerdings war das hoch und runter heftig.

In Vennesund angekommen habe ich die verrückte alte Dame auf ihrem E-Bike wieder entdeckt. Sie war vor mir schon da und hat wohl über diverse Inseln und Fähren abgekürzt. Hab mich allerdings fern gehalten :-> Morgens dann im strömenden Regen weiter nach Tjøtta (bzw ein paar Kilometer weiter). Landschaftlich eher mau… Leider habe ich einen Fehler gemacht und die Fähre nach Vega genommen, weil ich keine Lust mehr auf Radeln und nass werden hatte. Geschickterweise fährt die nur zwei Mal täglich. Das zweite Mal fünf Stunden nach meiner Ankunft. Top… Langweilig ist gar kein Ausdruck für das, wie es auf Vega war. Naja, schlussendlich habe ich es dann doch nach Tjotta geschafft. Dort kam dann kurz nach mir wieder die bekannte Dame an, die mir allerlei esoterische Ratschläge zur Bekämpfung meines Heuschnupfens gab. Ist ja bekannt, wie empfänglich ich für sowas bin. 😁

Am nächsten Morgen ging es – wie sollte es anders sein – im Regen Richtung Nesna. Landschaft sehr schön. Ja ich weiß, blöd ohne Bilder… Link zum Google-Album wird nachgeliefert. Hochladen in WordPress ist leider etwas mühsam über das Handy. In Nesna gab es mittags dann den schlechtesten Burger ever. Noch schlechter als der in Hofles. Naja. Ging da früh ins Bett, weil die Hurtigruten ja schon halb 6 abgefahren ist. Am Terminal habe ich noch Stefan vom Niederrhein aufgegabelt oder umgekehrt. Er ist auf dem Weg nach Rovaniemi.

Der Trip auf der Hurtigruten nach Bodø war traumhaft. Nach ungefähr zwei Stunden haben wir den Polarkreis passiert. In Bodø schien dann zum Glück die Sonne und man konnte sich im T-Shirt in die Sonne setzen. Yippie! Noch schnell eingekauft und dann ging auch schon die nächste Fähre nach Moskenes. Nochmal vier Stunden Boot. Ganz schönes Geschaukel. Waren wohl die Vorboten des Sturms, der nachts angekündigt war. Die Nacht war trotzdem ganz in Ordnung. Morgens hat es selbstverständlich wieder geregnet. Allerdings ist der Tag richtig schön geworden. In Moskenes kamen zwei Schweizer dazu. Katrin und Markus aus Zürich. Die beiden sind in Rente und haben schon alle möglichen Expeditionen gemacht. Allerdings haben auch die beiden sich gefragt, wieso sie nicht einfach mit ihrem T4 im Trockenen irgendwo hin gefahren sind 😂. Soviel dazu. Sie sind auch auf dem Weg über das Nordkap nach Finnland. Die Etappe war relativ kurz. Nur irgendwas um die 50 km nach Ramberg. Von da habe ich mich noch mal auf das Rad geschwungen und bin zum Startpunkt der Wanderung zum Kvalvika Beach gefahren. Spannender Weg. Irgendwas zwischen Moor und fast schon alpinem Gekraxel. Hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Danach gab es – Überraschung – Burger in einem Café in Ramberg 😁. Der war allerdings mal sehr gut! Die Nacht war ziemlich heftig. Die Windgeschwindigkeiten, die für Moskenes angekündigt waren, gab es an dem Abend. Bis zu 60km/h. Windschutz – nicht vorhanden… War schon ziemlich grenzwertig mit dem Zelt…Ging aber alles gut.

Am nächsten Morgen bin ich weiter zum Haukland Beach und durfte das erste Mal Graupel erleben. Aua… Wenigstens lag der Strand fünf Minuten in der Sonne, als ich angekommen bin. Auf dem Weg nach Brustranda habe ich mich leider verfahren und das deutsche Pärchen, das sich in Ramberg zu uns gesellt hatte, wieder getroffen. 15km umsonst durch den Regen. Der weitere Weg nach Brustranda war die Hölle. Graupel, Schnee und Regen ohne Ende. Die Entscheidung, 800NOK (85€) für einen Hütte auszugeben, war richtig. Der Schnee blieb fast auf Meeresniveau liegen und es hat die Nacht geschifft ohne Ende. Genau wie den Morgen. Und den Nachmittag. Von der Landschaft hat man leider nicht so viel gesehen. Nach 110km bei Mistwetter habe ich in Stokmarknes die Schweizer dann wieder getroffen. Zum Glück konnten wir bei einem Hotel campen. Eigentlich nur für RVs gedacht, haben sie uns auf dem Spielplatz die Zelte aufbauen lassen. 😄 Der eigentliche Campingplatz hat erst am 1.6. aufgemacht. Die Strecke nach Andoy war zwar kurz aber ziemlich zäh. Man merkt, dass es langsam weiter in den Norden geht und die Vegetation karger wird. Im Friluftssenter gab es zur Abwechslung mal keinen Burger sondern Lammhaxe. Den Sellerieanschlag über das Beilagegemüse konnte ich zum Glück vereiteln. Ansonsten war das Essen aber sehr lecker und für norwegische Verhältnisse sehr günstig. Die Fahrt von dort nach Andenes war grandios. Fast hätte ich die Abzweigung der Eurovelo-1 verpasst und wäre auf der falschen Inselseite Richtung Andenes geradelt. Zum Glück hab ich sie noch gesehen. Die Westküste ist einfach unglaublich schön… Hat zwar auch immer mal wieder kurz geregnet, aber die Landschaft hat für alles entschädigt. Jetzt habe ich bei strahlendem Sonnenschein und viel Wind draußen den Abend mit einem Bier in der Campingküche ausklingen lassen. Morgen um 8:45 Uhr geht die Fähre nach Gryllefjord. Wetter soll halten. Mal schauen. Hat man in den letzten zwei Wochen schon öfter gehört… 😄

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