10.6.-12.6. – Cache Creek und Lillooet

Dienstag bin ich von Kamloops nach Cache Creek gestrampelt. Um die 90km durch eine mehr oder weniger wüstenähnliche Landschaft. In Kamloops ging es erstmal von Downtown aus den Berg hoch. Danach war ich schon ziemlich platt. Mehr als Granny Gear auf dem Bürgersteig war nicht drin. Um den Highway zu vermeiden (auf dem Abschnitt ist Radeln verboten), bin ich bis hinter eine LKW-Wiegestation am Highway gefahren und hab mich dort auf den Highway gemogelt. Waren dann nur noch 600m verbotene Strecke. Bis Cache Creek war es ein fürchterliches Auf und Ab. Bis dato war es wohl eine der langsamsten Etappen. Am, wie passend, Deadman River ging kurz gar nichts mehr. Hier musste der letzte Muffin dran glauben, und eine Flasche Wasser. Giovanna hat mich dann per WhatsApp zusätzlich aufgemuntert. Nach sechs Stunden radeln durch die Hitze bin ich in Cache Creek angekommen und nach dem Aufbauen vom Zelt direkt in die Stadt geradelt. Bei  Subway dann „Sorry, we are closed.“ Komisch, aber okay. Gibt ja genug Alternativen. Zu DQ weitergefahren, gleiches Spiel. Stromausfall in der ganzen Stadt. Nix zu essen, nicht mal im Supermarkt. Weil ich keine Lust hatte, wieder zum Campingplatz hoch zu radeln und dort zu warten, habe ich es mir die Stunde, bis der Strom wieder da war, auf dem Trike gemütlich gemacht. Ist bei DQ geblieben, war aber irgendwie nicht so doll…
Die Nacht war dann dafür super. Kein Zug! Und (fast) kein Highway! Halb 10 eingeschlafen, aber um halb 5 stand ich dann trotzdem wach im Zelt. Blöde neue Zeitzone seit dem Rogers Pass. Dadurch geht die Sonne früher unter und entsprechend früher wieder auf. Um 8 habe ich mich nach einem mauen Frühstück aufs Rad geschwungen und bin in Richtung Lillooet geradelt. Den Abend hatte ich noch die Besitzerin vom Campingplatz gefragt, wie die Strecke ist: „Oh, mostly flat.“ Nur eine Steigungen, von der man aber das Ende sehen könne. Als ich bei der war, hatte ich den Pass schon hinter mir. Gnnn! Bis dahin ging es gut 500m nach oben. Traue keinem Kanadier, der mostly flat sagt. Mostly flat bedeutet glaube ich „im Durchschnitt weniger als 10% Steigung bei Anstiegen“. Bei der letzten Etappe, bei der mir das gesagt wurde, war das Resultat ähnlich. Die 83km bis Lillooet waren gegen halb 2 geschafft. Nachdem ich total platt war, habe ich beschlossen, hier einen Ruhetag einzulegen, um für die nächste böse Etappe fit zu werden. 1300HM und 100km nach Pemberton.
Falls sich mal jemand nach Lillooet verirren sollte: Spart euch den Griechen. Macht satt, aber nicht zufrieden. Als Nachtisch gab es noch einen Burger von A&W, der ganz gut war.
Etwas unsortierte Fotos, aber sie haben ja GPS-Informationen:
image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image

3 Gedanken zu „10.6.-12.6. – Cache Creek und Lillooet“

  1. Liest sich wieder sehr anregend, auch das ganze fast food! Du musst noch unbedingt den Sirloin Burger beim Jack in the Box essen, der Hammer! (gibts beispielsweise zwischen Whistler und Vancouver, da hab ich mich nach dem Bikepark vollgefuttert).
    So Tourenfahren im Liegen in der Landschaft klingt echt super, die Gegend sieht auf Deinen Fotos hammer aus. Hier zu Hause gibts dafür ne neue Linie am Edelberg, recht flowig.
    Viel Spaß weiterhin beim Radeln!

  2. Hallo Jonas,
    die Strecke sieht schon auf Google -Maps ganz schön steinig aus!Gut ,dass Du es hinter Dir hast-.Du musst den kanadischen Ratgebern zugute halten ,dass sie die Strecke nur aus der Sicht des Pick-ups mit 4 WD kennen.Übrigens hat mit gestern ein ehemaliger Prof.der in Calgary gelehrt hat ,gesagt wie nett die Kanadier wären ,aber bei Auskünften sollte man vorsichtig sein ,da sie wohl sehr gerne kiffen würden!
    Trotzdem noch schöne Touren mit Erinnerungswert!Wie ich gerade gesehen habe kommst Du von Norden nach Vancouver rein-scheint wohl besser zum Flughafen zu sein.

    1. Auf dem Weg nach Cache Creek hatte ich an einem Aussichtspunkt angehalten. Eine ganze Familie kam zu mir geschlappt, und die Mutter fragte mich dann, nachdem ich mich über die seltsame selber gedrehte Zigarette gewundert hatte, „you’re into herbs?“ Hab dankend abgelehnt, aber der Joint ging dann in der ganzen Familie rum. Soviel dazu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.