13.6. – Pemberton und Whistler

Der Ruhetag war leider nicht ganz so entspannt, wie ich mir das vorgestellt hatte. War wohl etwas zu viel Sonne auf dem Weg nach Lillooet,  was sich dann in fürchterlichen Kopfschmerzen und Übelkeit am nächsten Morgen geäußert hat. Kopfschmerztabletten und viel Powerade haben zum Glück geholfen und abends ging es wieder besser. Die Nacht war trotzdem eher kurz. Halb 6 aufgewacht, Zelt abgebaut, und um kurz nach 7 ging es dann los in Richtung Pemberton, auf die schlimmste Etappe. Angefangen hat es mit einem 13%-Anstieg von knapp über 300m bis auf etwas um die 700m.

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Das Schild für die Gegenrichtung nach Lillooet

So ging es dann noch einige Meter und Serpentinen weiter nach oben. Bis zum ersten „Pass“ war schon erschreckend viel Wasser weg. Danach kam eine schöne Abfahrt bis auf ca. 400m. Blöderweise liegt der zweite, richtige Pass auf über 1300m. Bis dahin ging es durch ein schönes, enges Tal etwas gemütlicher den Berg hoch, wobei auch wieder einige 13%-Abschnitte dabei waren. Aus dem Höhenprofil lässt sich nur sehr schlecht erahnen, wie hart der Anstieg ist. Viele Hügel werden einfach rausgeglättet und nur sehr ungenau wiedergegeben. Auf jeden Fall stimmten die Versprechungen, dass es eine sehr reizvolle Strecke ist.

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Duffy Lake

Nach 65km Aufstieg war der Pass endlich erreicht. Der Aufstieg in Richtung Lillooet ist noch gefürchteter. Teilweise 15%, im Schnitt auf 15km dürften es über 10% sein.
Die Abfahrt war furchterregend. Selten auf dem Rad Schiss gehabt, aber die Abfahrt war heftig. Zwischendurch hatte ich Angst, dass es mir durch das viele Gepäck in den Kurven das Hinterrad zerreißt,  und kurz vor Ende der Abfahrt stieg dann ein etwas unangenehmer Geruch von den Bremsen auf. Die Bremsleistung tendierte dann auch zu „kaum noch vorhanden“ – also war Pause angesagt. Die Bremsscheiben waren blau angelaufen. Ich war auf jeden Fall froh, dass ich mich mit meinem Wunsch nach 180mm-Bremsscheiben durchgesetzt habe. 160mm Scheiben hätten wohl schon früher schlapp gemacht. Bis zur Zwangspause dürfte der Schnitt auf der Abfahrt bei ungefähr 60 gelegen haben. An Mittreten war nicht mehr zu denken und die Insekteneinschläge waren recht schmerzhaft. Nach der Pause kamen die letzten paar Serpentinen und dann war die Tiefebene, in der Pemberton liegt, erreicht. Erstaunlicherweise haben sich die Beine nicht so schlecht angefühlt, so dass ich nach einem Radler und was zu essen beschlossen habe, nach Whistler weiter zu fahren. Riesiger Fehler. Das sind dich noch etliche Höhenmeter und am Schluss habe ich den letzte Winkel der Taschen noch nach versteckten Müsliriegeln gesucht. Die letzte paar KM bestanden aus Fahren, 5min Pause, 2km Fahren, 10min Pause usw. Im Visitor Center gab es zum Glück Cola. Und dann gab es endlich was Richtiges zu essen…Pfefferschnitzel. Extrem lecker.

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Bis zum Hostel waren es noch 10km. Selten hat sich ein Bett so gut angefühlt. Aus einer geplanten Nacht sind jetzt auch zwei geworden. Mit den dicken Beinen heute war an radeln nicht zu denken. So gibt es jetzt Kaffee und Cinnamon Buns, und ein bisschen schlendern durch die Stadt. Erinnert schon etwas an eine Mischung aus Ischgl und St. Moritz. Passenderweise gab es heute noch eine Benefizrallye, um den Eindruck nochmal zu verstärken. Sehr viele, sehr teures Autos…
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BMW i8, Lamborghini Hurracan, einige Aston Martin, viele Porsche und Nissan GTR, McLaren MP4-12C und P1, mehrere neue Corvette, Mercedes SLS en Masse, viele Ferraris. Ein Traum für jeden Autofan 😉
Morgen geht es wahrscheinlich direkt bis nach Vancouver. 120km und sehr viel runter.

unsortierte Bilder von der Duffey Lake Road

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Am Indianer-Infodingens

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Alte Brücke nach Lillooet

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Lillooet

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Seton Lake

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13% Steigung, in der Kurve selber noch mehr

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Ende vom Duffey Lake. Von den Stämmen hat er seinen indianischen Namen

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Liebeserklärungen aus Steinen

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Es geht immer noch hoch...

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Abfahrt! o/

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Lillooet Lake kurz vor Pemberton

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Whistler! (Upper Village)

Ein Gedanke zu „13.6. – Pemberton und Whistler“

  1. Als großer Fan deiner Tour muss ich dir zu deiner tollen Leistung auf der Whistler Etappe gratulieren und wünsche schnelle Erholung damit du fit bist für Vancouver.Wieder tolle Bilder.

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